Das Orinoco Delta ? auch Delta Amacuro genannt ? befindet sich im Nordwesten Venezuelas und hat den einzigen Küstenabschnitt Venezuelas zum Atlantik. Auf tausenden von Quadratkilometern spaltet sich
der Orinoco in unzählige Seitenarme, die zum Atlantik fließen. Nur wenige Kilometer Straße befinden sich in diesem Delta, dafür mehrere tausend Kilometer Wasserarme. Seit Touristencamps aufgebaut
wurden, ist es möglich, die sehr vielfältige und faszinierende Tier- und Pflanzenwelt zu erkunden und die archaische Lebensweise der Waraoindianern, die seit eh und je in ihren ?palafitos?
(Pfahlbauten) leben, kennen zu lernen. Von Tucupita oder Boca de Uracoa wird man mit Motorbooten zu den Lodges gefahren. Bevor überhaupt man in ein Boot steigt, sollte man sich gut mit einem
Sonnenschutzmittel eincremen, denn durch den angenehmen Fahrtwind wird die Intensität der Sonnenstrahlen in diesen Breitengraden völlig unterschätzt. Von den Lodges starten die jeweiligen Ausflüge.
Sie reichen von einer begehbaren Tour durch den Dschungel bis hin zur Fahrt nach Pedernales, einem Ort an der Atlantikküste. Dabei kann man mit dem Boot stundenlang durch die großen und kleinen
Kanäle fahren ohne einer Menschenseele zu begegnen. Umso mehr Tiere bekommt man zu sehen. Am schönsten präsentieren sie sich bei Sonnenaufgang und auch entsprechend bei Sonnenuntergang. Wer
unvergessliche Momente in freier Natur erleben möchte, muss auf großen Komfort verzichten können, denn in den Lodges wird ab 23:00 Uhr der Kompressor für die Stromversorgung abgeschaltet. Ein gutes
Mückenspray ist unabdingbar, am besten man kauft das einheimische ?OFF?, denn die Orinicomücken sind gegen europäische Mückenmittel ? egal ob homöopathisch oder chemisch ? resistent. Da auch eine
Tour zu Fuß durch den Dschungel stattfindet, ist die Mitnahme von festen Schuhen, robuster Kleidung, langen Hosen und auch Regenjacken, die viele Hautstellen verschließen, nicht verkehrt, denn im
Dschungel wird man mit Vorliebe von unzähligen Mücken attackiert. Am besten auch ein Imprägnierspray mitnehmen und sich gegenseitig die Kleidung einsprühen, denn viele Biester pieken auch durch die
Hose. Des Weiteren muss man viel ?Sitzfleisch haben?, denn die Touren in den Motorbooten dauern viele Stunden. Da der Aufenthalt im Delta maximal 3 Übernachtungen dauert, sollte man möglichst wenig
Gepäck mitnehmen, die feinen Sachen kann man getrost dort lassen, wo man sonst seinen Koffer lässt (im Hotel auf der Isla Margarita oder bei anderen Leuten). Die Mitnahme einer Taschenlampe ist auch
sehr empfehlenswert. Für etwa 2 Übernachtungen mit Vollpension und geführten Touren muss man etwa US$ 300,00 (+/- US$ 50) einkalkulieren. Die hohen Preise sind gerechtfertigt, denn jeder Artikel,
jedes Lebensmittel muss von Tucupita oder Boca de Uracoa mit Booten einige Stunden lang zu den Lodges gefahren werden.